Lesen und Lernen gehören untrennbar zusammen!

 Regelmäßiges Lesen und Leseförderung in allen Fächern haben einen hohen Stellenwert an unserer Schule und sind ein Anliegen des ganzen Kollegiums. Leseförderung verstehen wir als übergeordnetes Lernprinzip. Daher haben wir unsere Maßnahmen zur Leseförderung nicht nur im Fachunterricht verankert, sondern auch mit dem Methodencurriculum des HLG verzahnt. Die Schülerbücherei übernimmt in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung.

SchüBü

Lesen heißt verstehen

 

Lesen ist mehr als die Beherrschung einer Technik. Lesen umfasst immer eine Sinn- und Bedeutungsentnahme. Nach dem Lesebegriff, wie er auch der PISA-Studie zugrunde liegt, umfasst die Lesekompetenz die Fähigkeit, geschriebene Texte unterschiedlicher Art

  • in ihren Aussagen, ihren Absichten und ihrer formalen Struktur zu verstehen
  • in einen größeren Zusammenhang einordnen zu können
  • für verschiedene Zwecke sachgerecht zu nutzen.

Nach diesem Verständnis ist Lesekompetenz „eine Bedingung für die Weiterentwicklung des eigenen Wissens und der eigenen Fähigkeiten … und eine Voraussetzung für die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben.“ (Siehe PISA 2000. Zusammenfassung zentraler Befunde OECD PISA. Berlin 2001, S. 11)


Leseförderung im Fachunterricht

Das Fach Deutsch nimmt eine Schlüsselstellung als Leit- und Koordinierungsfach dar, wenn es um das Lesen geht. Aufgabe des Unterrichts ist es, den Schülerinnen und Schülern einen Zugang zur Welt der Sach- und Gebrauchstexte, der Medien und der Literatur zu eröffnen. Dabei geht es nicht nur um Lesen und um das Wissen der konstitutiven Bedeutung von Textsorten, sondern vor allem darum, Texte zu verstehen, ihnen Informationen zu entnehmen und die Wirkungsweisen von Medien kennenzulernen. Eine besondere Rolle spielen dabei Lesestrategien und -techniken. Wir beginnen bereits in der fünften Klasse mit der Einübung unterschiedlicher Methoden der Texterschließung (z.B. die 5-Schritt-Lesemethode). Darüber hinaus lesen wir Kinder- und Jugendliteratur, mit denen die Schülerinnen und Schüler zum Lesen angeregt werden sollen. Handlungs-, produktions- und projektorientierte Methoden erfordern dabei die Leseaktivität jedes einzelnen Schülers. Im Unterricht stellen sich die Kinder und Jugendlichen ihre Lieblingsbücher gegenseitig vor, erstellen Lesetagebücher und schreiben eigene Texte im Rahmen des Zeitungsprojekts. Besonders motivierend ist die Vorbereitung der Teilnahme am Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels in der sechsten Jahrgangsstufe im Deutschunterricht. Auch wenn das Fach Deutsch eine zentrale Rolle spielt, verstehen wir Leseförderung als verpflichtendes Anliegen aller Fächer. Lesefähigkeit stellt für alle Fächer eine Schlüsselqualifikation dar und hat eine zentrale Bedeutung für den Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler.

In den Naturwissenschaften begegnen die Kinder und Jugendlichen mit großer Neugier Fragestellungen der Naturwissenschaften. Der Einstieg erfolgt oftmals durch Experimente, aber auch durch naturwissenschaftliche Texte. Diese Texte besitzen eine hohe Informationsdichte, geben komplexe Zusammenhänge wieder und verwenden Fachsprache. Dies ist im Zusammenhang mit Lesekompetenz von besonderer Bedeutung, insofern die Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzt werden sollen, aus dem Informationsangebot und der hohen Informationsdichte naturwissenschaftlicher Texte sinnvoll auszuwählen und sich diese Texte umfassend zu erschließen.

Das Fach Mathematik verwendet eine Fachsprache und ist durch einen präzisen Sprachgebrauch und klare Begriffe gekennzeichnet. Es geht darum, Zusammenhänge systematisch zu erfassen und mathematische Lösungsverfahren auszuwählen sowie Lösungswege verständlich zu dokumentieren und darzustellen. Mathematiklernen steht damit in direktem Zusammenhang mit sprachlichen Kompetenzen.

In den Fremdsprachen erfahren die Schülerinnen und Schüler zusätzliche Schwierigkeiten, da der Leseprozess erschwert ist. Dies liegt an dem Medium der fremden Sprache, aber auch daran, dass die Kultur der Zielsprache nicht so bekannt ist wie die eigene. Hier eröffnet sich aber auch eine besondere Lernchance: Dadurch, dass das Lesen viel bewusster erfolgt, können Lesestrategien und -techniken explizit angewandt und trainiert werden.

Im Bereich der Gesellschaftswissenschaften sind es z.B. die Fächer Geschichte und  Sozialwissenschaften, die zur Lesekompetenz beitragen. Die Fähigkeit, Datenmaterial zu sammeln, zu gliedern und auszuwerten aber auch rational zu argumentieren, ist nicht nur für den Geschichtsunterricht zentral, sondern von grundsätzlicher Bedeutung für die Schülerinnen und Schüler. Im Fach Sozialwissenschaften steht der reflektierte Umgang mit Texten im Mittelpunkt des Unterrichts. Es geht vor allem darum, sich mit aktuellen Texten verschiedener Quellen kritisch auseinanderzusetzen, um ein eigenständiges Urteil fällen zu können. Es müssen sogenannte diskontinuierliche Texte wie Tabellen, Schaubilder und Statistiken ausgewertet werden.

Das Fach Erdkunde ist durch eine eigene fachspezifischen Didaktik und Methodik geprägt. Aber auch in diesem Fachunterricht lernen die Schülerinnen und Schüler, Informationen gezielt auszuwählen, zu ordnen, zu bearbeiten und zu bewerten. Durch die Arbeit mit Karten erhalten sie ein umfassendes Orientierungswissen. Damit trägt zum einen das Karten-Lesen, zum anderen das Auswerten und Verschriftlichen von Bildmaterial dezidiert zur Lesekompetenz bei.

Auch im Religionsunterricht und im Fach Philosophie besitzt das Lesen eine wichtige Funktion. In der Sekundarstufe I liest man beispielsweise Gleichnisse, die ausgelegt und interpretiert werden müssen. In Philosophie wiederum arbeiten die Schüler am Begriff und erschließen sich grundlegende philosophische, existenzielle Fragestellungen - auch über komplexe philosophische Texte. Wenn sie sich kritisch zu einer philosophischen Position äußern und beurteilend Stellung beziehen, setzt dies ein genaues Lesen und den textbasierten Dialog voraus.

Im Fach Musik geht es um das Lesen von Noten. Hier erkennen die Schülerinnen und Schüler, dass man sich nicht nur über Texte, sondern auch über andere Ausdrucksmittel darstellen kann. Zudem findet bei der Verschriftlichung von Gehörtem und der Erarbeitung von (musikalischen) Texten eine Vertiefung der Lesekompetenz statt.

Das Verstehen der Bildsprache und visueller Texte ist eine Kernaufgabe im Kunstunterricht. Die Schülerinnen und Schüler betrachten gemeinsam künstlerische Werke, verbalisieren das Gesehene, benennen Assoziationen, finden passende Begriffe bei der Farb- und Formenanalyse und strukturieren ihre Ergebnisse in einer Bildbeschreibung. Insofern leistet das Fach Kunst einen entscheidenden Beitrag für das Verständnis der deutschen Sprache.

Verknüpfung mit dem Methodencurriculum

 

Leseförderung gilt als übergeordnetes Lernprinzip. Daher haben wir unsere Maßnahmen zur Leseförderung nicht nur im Fachunterricht verankert, sondern auch mit dem Methodencurriculum des HLG verzahnt. Zum Beispiel wird in der 5. Jahrgangsstufe im Rahmen des „Lernen Lernen“-Projekts die 5-Schritt-Texterschließungsmethode eingeführt. Die methodischen Schritte der Texterschließung (Text überfliegen, Fragen stellen, gründlich lesen, Wichtiges zusammenfassen, wiederholen) werden mit den Kindern eingeübt. Ein Lesefächer, der die einzelnen Schritte aufgreift und visualisiert, begleitet die Schülerinnen und Schüler. Andere Texterschließungsmethoden wie das reziproke Lesen werden ebenfalls im Unterricht eingeübt.

In der 7. Jahrgangsstufe wird ein Methodentag angeboten, der an das Programm „Lernen Lernen“ der Erprobungsstufe anknüpft. Neben grundlegenden Lerntechniken und Methoden (z.B. Zeitmanagement, Lernorganisation) werden auch Bausteine zur Leseförderung und Textverständnis angeboten. Dabei wird es insbesondere um eine vertiefende Auseinandersetzung und Einübung der Texterschließungsmethoden gehen. Diese Techniken werden im Deutsch- und im Fachunterricht aufgegriffen und weiter geübt.

Schülerbücherei/SchüBü

 

Im Zusammenhang mit Leseförderung besitzt die SchüBü eine besondere Bedeutung. Die SchüBü beherbergt jede Menge Bücher, z.B. Gespenster- und Fantasygeschichten, Krimis, Abenteuerromane, Comics, Graphic Novels, aber auch englisch- und französischsprachige Lektüren uvm. In dem Schaukasten unter dem Vertretungsplan in der Pausenhalle stehen aktuelle Hinweise und Bekanntmachungen des SchüBü-Teams. Das sind: Frau Bundgaard, Frau Dr. Uhtes und einige Schülerinnen und Schüler, die von erfahrenen Müttern bei der Ausleihe begleitet werden.

Zusammenarbeit mit der Stadt- und Landesbibliothek/Universitätsbibliothek

Öffentliche Bibliotheken sind wichtige Bildungspartner. Um die Recherchekompetenz der Schülerinnen und Schüler auszubilden und zu erweitern, nehmen schon alle Fünftklässler an einer Einführung in die Benutzung der Stadt- und Landesbibliothek Dortmund teil. In den oberen Klassen erhalten die Schülerinnen und Schüler eine vertiefende Schulung in der Bibliothek, z.B. zur Vorbereitung der Facharbeit.

Außerunterrichtliche Aktivitäten

Viele außerunterrichtliche Aktivitäten sollen die Lesemotivation der Schülerinnen und Schüler fördern und die Lesekultur unserer Schule sichtbar werden lassen. Durchgeführt werden zum Beispiel Lesenächte, Autorenlesungen, Veröffentlichung von Lesetipps durch Schüler, Lesen an ungewöhnlichen Orten (z.B. im Wald), Poetry Slams und Aktionen zum Welttag des Buches. Außerdem verfassen die Schülerinnen und Schüler Beiträge für die Schülerzeitung bzw. die Webseite des HLG.