Holocaust- Überlebende Eva Weyl als Zeitzeugin zu Besuch am HLG

Am 7. Dezember 2018 hatten Schüler*innen der 9. Klassen und der Oberstufe die Gelegenheit die Geschichte einer Überlebenden des Holocaust zu erfahren. Diese Veranstaltung wurde vom Jugendring der Stadt Dortmund ermöglicht und fand im Rahmen der Initiative „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und dem grundsätzlichen Bestreben der Schule, den Schüler*innen Demokratie und ihre Verantwortung als mündige Bürger*innen nahe zu bringen, statt.

Frau Weyl erzählte von ihrer Kindheit als Jüdin in Deutschland und ihrer späteren Flucht mit ihrer Familie in die Niederlande. Als die Wehrmacht die Niederlande besetzte, endete ihre Zeit in Freiheit und die Familie wurde im ehemaligen Flüchtlingslager, nun Konzentrationslager, Westerbork interniert. Das Lager diente als Durchgangslager. Zu einem späteren Zeitpunkt wurden die Gefangenen in ein anderes KZ wie Auschwitz oder Buchenwald überführt.

Das Perfide am Lager Westerbork war die Methode, mit der die Gefangenen ruhig gehalten wurden. Sie mussten keinen Hunger leiden, sie wurden medizinisch versorgt und konnten sich sogar nach ihrer Arbeit oder Schule sogar ins Theater gehen. Auf diese Weise hielt der Lagerkommandant Albert Gemmeker die Gefangenen ruhig und es kam nie zu Aufständen. Wenn dann eines Tages der Befehl zum Abtransport kam, gingen viele Gefangene ohne jegliche Gegenwehr und erwarten nichts Böses. Doch das Gegenteil war der Fall, die meisten fanden in den Lagern im Osten, wie Auschwitz, den Tod.

Besonders eindrücklich für die Schüler*innen war der unerschütterliche Optimismus Eva Weyls, mit dem sie durch ihr Leben geht. Dies wird auch in ihrer heutigen Freundschaft mit der Enkelin des ehemaligen Lagerkommandanten Westerborks deutlich und gibt so selbst ein beeindruckendes Beispiel dafür, dass Kinder nicht für die Taten ihrer Eltern verantwortlich sind.

„Ihr tragt nicht die Schuld für die Vergangenheit, sondern die Verantwortung für die Zukunft.“ Das ist die Botschaft, die Eva Weyl den Schüler*innen mitgeben möchte.

Eva Weyls Besuch am Helene-Lange-Gymnasium Dortmund war eine sehr interessante, informative und emotionale Veranstaltung, die jungen Menschen in Zeiten von Rechtspopulismus und einer durch Feindbilder geprägten öffentlichen Diskussion vermittelt, dass sie sich immer ein eigenes Bild machen und Aussagen oder Meinungen kritisch hinterfragen müssen.

Liebe Frau Weyl, herzlichen Dank für Ihren Besuch. Wir bewundern Sie!

Lilly Brauner, Leonie Ehlers, Marian Koschwitz (Q2)Eva Weyl 2018